Was machst du?

Ich war neulich durch Zufall auf einer Preisverleihung im Hamburger Bahnhof in Berlin. Einer mitteljungen Frau wurde für ihre Perfomace-Kunst ein Euro-dotierter Preis verliehen. Für die Künstlerin war das sehr schön. Ihr pensionierter Vater stand beim anschließenden Buffet hinter mir, er war sehr stolz auf seine Tochter.
Später unterhielt ich mich mit einem jungen Mann, er war und ist 28 Jahre alt. Das Start Up, für das er arbeitet hatte eine ganz besonders clevere Idee: Ein Anbieter mit Content, meinetwegen die Spiele-Firma ‚EA‘ vertreibt ein gratis Spiel als Handy-App. Die App ist selbstverständlich nur gratis, weil dem Konsumenten regelmäßig oder sogar ständig Werbung angezeigt wird. Sobald der Konsument auf die Werbung klickt, bekommt die Firma ‚EA‘ eine Ausschüttung. Die Firma des 28 jährigen Mannes greift sich diese Ausschüttung ab. Konkret heißt das, nicht ‚EA‘ bekommt die Euros, sondern seine Firma. Wie das technisch und rechtlich funktioniert, ist mir ein Rätsel, obwohl der junge Mann es mir erklärt hat.
Mein Verstand setzte schon bei der Beschreibung des Geschäftsmodells aus. Der junge Mann war sehr optimistisch und stolz ob dem Erfolg seines Arbeitgebers, zu dem auch er beiträgt. Ich sagte zu ihm: „Aber du machst nichts.“
Der junge Mann verstand mich nicht, aber die Frau, die neben uns stand, verstand. Sie wiederholte: „Sie meint, dass du nichts schaffst, nichts herstellst, nichts machst.“
Er verstand es nicht.





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