Interview: Heather De Lisle

Am Samstagnachmittag traf Ricarda von Stockdorf exklusiv für den StockLog die US-amerikanische „Journalistin“ Heather De Lisle im Studio von Sandra Maischberger, welches uns freundlicherweise von der ARD zu Verfügung gestellt wurde.

Heather De Lisle und Ricarda von Stockdorf
Ein hitziges Gespräch führten Heather De Lisle und Ricarda von Stockdorf

StockLog: Frau De Lisle, was machen Sie eigentlich seit einigen Monaten im deutschen Fernsehen?

De Lisle: Oh! (lacht sehr laut) Ich wurde sagen, mit meiner ultrarepublikanischen Ansichten bin ich eine Gegenpol zu die deutsche Kuschel-Talkgäste. Ich finde es gut Terroristen zu töten und kann wieder stolz sein auf Obäma. Viele Menschen in Deutschland finden das extrem.

StockLog: Wow! Das ist unglaublich!

De Lisle: Ja, nicht wahr. Vielleicht spielt auch meine amerikanisch-deutsche Akzent eine Rolle. Ich gebe mir aufjedenfall Mühe, nicht langweilig zu sein.

StockLog: Das gelingt Ihnen. Sie werden vor allem zu globalpolitischen Themen hinzugezogen. Wie sehr interessiert Sie Weltpolitik persönlich?

De Lisle: Oh, ich finde das Thema an sich spannend, also das, was in der Welt vorgeht. In Europa und Amerika und in die anderen Länder. Aber es ist so kompliziert immer alles zu verstehen, alles verändert sich so schnell. Es gibt einfach viele Dinge, die mir mehr Spaß machen. Ich versuche Zeitung zu lesen, wenn ich zu eine Talkshow eingeladen werde oder eine Kolumne schreiben muss.

StockLog: Aber ist es da nicht schwer, ohne Hintergrundinformationen, an einer Gesprächsrunde teilzunehmen?

De Lisle: Nicht für mich, ich bin Amerikanerin. (lacht) Ich habe diese Ättituud von Geburt an, meine persönliche Meinung für so wichtig darzustellen, dass es sich nach einer absoluten Wahrheit anhört, you know. Ich kann mit Ihnen uber Make Up reden und Sie werden denken, oh ja, was sie sagt ist so wahr.

StockLog: Ich weiß genau, was Sie meinen. Aber glauben Sie, das kommt bei den deutschen Zuschauern genau so gut an, wie bei den amerikanischen?

De Lisle: Ich glaube sogar, dass es hier viel besser ankommt. In den USA gibt es viele Menschen, die so reden und denken, wie ich. Aber hier in Deutschland, ich bin ein Exot. Deswegen werde ich so oft eingeladen. Die Menschen können einfach nicht glauben, dass jemand im Ernst so denkt.

StockLog: Ist es denn ernst, oder ist es vor allem eine große Selbstinszenierung?

De Lisle: Wissen Sie, als öffentliche Person fließen die Grenzen. Ich weiß selbst nicht genau, wer ich bin und was ich denke. (macht große Augen) Aber ich weiß, was die Leute hören wollen, warum ich eingeladen werde. Und vor allem, was sie über „die Amerikaner“ hören wollen.

StockLog: Heißt das Sie betrachten Ihre öffentliche Person, als einen Job? Als eine Art Schauspielengagement?

De Lisle: Oh ja, viel mehr, als die anderen Talkgäste. Wenn ein Politiker kommt, weiß er einigermaßen, was gerade los ist. Ich habe meistens keine Ahnung von was ich rede. (lacht) Aber ich rede. Und das tue ich so gut, dass die Leute nicht genug davon bekommen! Natürlich ist das trotzdem viel Arbeit. Ich überlege mir zum Beispiel gut, was ich anziehen werde. Welche Schuhe, welche Jeans und so weiter.

StockLog: Heute tragen Sie einen Blazer mit hochgekrempelten Ärmeln, eine Jeans im Used-Look und Clogs. Was sagen Sie damit aus?

De Lisle: Damit sage ich, dass ich keine steife, korrekte Person bin, die viel auf Seriositäit wert legt. Ich will vor allem als toughe, gutaussehnde Frau wahrgenommen werden. Es geht mehr darum, wie man etwas sagt, als darum was man sagt. Und man kann mit die Kleidung sehr viel sagen. Zum Beispiel Sie, Frau Stockdorf. Ihre braune Hose und Ihre traurige Cardigan sagen mir, dass Sie in einer sehr glücklichen Beziehung sind und sich deshalb so langweilig anziehen. Aber ich suche einen Mann.

StockLog: Wie jetzt? Sie suchen einen Mann im Fernsehen?

De Lisle: Nicht direkt, aber die Auftritte geben mir mehr Respekt und Honor. So ist es viel leichter in einer Bar bemerkt zu werden. Die Menschen kennen mich und sprechen mich leichter an.

StockLog: Wie reagieren Menschen, wenn sie Ihnen auf der Straße begegnen?

De Lisle: Uberwiegend negativ.

StockLog: Negativ?

De Lisle: Oh ja, sie beschimpfen mich und sagen schlimme Sachen. Aber, wie Oscar Wilde schon sagte: „Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist, als wenn die Leute schlecht über dich reden. Wenn sie gar nicht über dich reden.“!

StockLog: Vielen Dank für das Gespräch, Heather De Lisle, und alles Gute.

Das Gespräch führte Ricarda von Stockdorf (allein).


5 Antworten auf „Interview: Heather De Lisle“


  1. 1 Heather 17. Mai 2011 um 23:07 Uhr

    Du hättest ja wenigstens mein Name richtig schreiben können, Frau von Stockdorf, you know?

  2. 2 vonStock 18. Mai 2011 um 19:09 Uhr

    Sorry Heather!! Wie schreibt man ihn richtig?

  3. 3 theonlytruth 16. Februar 2012 um 11:15 Uhr

    Gut gemacht Frau Stockdorf,

    endlich wird das wahre Gesicht dieser Frau hervorgelockt. Hätte mir gewünscht sie hätten sie noch nach ihrem Kind befragt, welches nicht bei ihr lebt (aus gutem Grund). Wenn man sich nicht kümmert, hat man natürlich die Zeit sich in eine Talkshow zu setzen und ubrauchbares von sich zu geben. Frau De Lisle hat in diesem Artikel erstmals nicht geschauspielert.

  4. 4 Aleklu 16. Februar 2012 um 13:25 Uhr

    Das ist Satire, oder?

  5. 5 vonStock 16. Februar 2012 um 14:35 Uhr

    @Aleklu: …ja doch…

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